Info Pferdeschänder im Februar 2018

Tierarzt jagte im Pyjama den Pferdeschänder

Ein Mann hat sich in der Nacht zum Sonntag in Aichwald im Kreis Esslingen an einem Pferd sexuell vergangen. Der Tierarzt hat de
Ein Mann hat sich in der Nacht zum Sonntag in Aichwald im Kreis Esslingen an einem Pferd sexuell vergangen. Der Tierarzt hat den Mann dabei erwischt. (Foto: dpa)

 

Das hat Tierarzt Andreas Schmid auch noch nicht erlebt. Im Aichwalder Ortsteil Aichschiess im Landkreis Esslingen betreibt er eine Art Altersheim für Pferde. Als seine Frau in der Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr kurz auf die Toilette muss, stellt sie fest, dass im Pferdestall nebenan das Licht brennt. „Dann hat sie mich geweckt und ich bin im Pyjama rüber, um es auszumachen“, erzählt Schmid: „Und dann stand er da auf einem Hocker und hat die Stute von hinten vergewaltigt.“

Der bislang noch unbekannte Mann zieht seine Jogginghose hoch und versucht abzuhauen. Der Tierarzt versucht ihn aufzuhalten. Er erzählt am Montag im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ von einem „Handgemenge“: „Ich habe ihm mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, sagt er. Aber der Täter ist getürmt – in Richtung Ort verschwunden. „Ich bin ihm noch gefolgt“, sagt Schmid – aber ohne Erfolg. „Der Mann hat gleich geschrien: ,Ich hau ab, ich hau ab’“, erzählt er.

Der Tierarzt geht davon aus, dass der Pferdeschänder irgendwo in der Nähe des Stalls sein Auto abgestellt hatte. Die Polizei, erzählt Schmid, habe gleich eine Fahndung eingeleitet und Spuren gesichert, darunter Fingerabdrücke. Auch ein Fußabdruck soll gefunden worden sein. Zudem veröffentlichte die Polizei eine ausführliche Beschreibung des mutmaßlichen Täters: Der Unbekannte sei demnach etwa 20 bis 25 Jahre alt und zirka 185 Zentimeter groß. Er hat eine athletische Figur, kurze blonde Haare sowie einen Vollbart mit etwa zwei Zentimeter langen Barthaaren. Bekleidet sei der Mann mit einer dunkelbraunen Jogginghose gewesen sowie einem dunklen Pullover. Der Täter soll akzentfreies Deutsch gesprochen haben. Hinweise nimmt das Polizeirevier Esslingen unter der Telefonnummer 0711/39900 entgegen.

Serientäter vermutet

Laut Tierarzt Schmid wurde die Stute vom vermeintlichen Täter „fachgerecht“ angebunden. „Da handelt es sich um jemand mit viel Verstand“, sagt Schmid: „Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Serie handelt.“ Weitere, ähnliche Fälle wie dieser seien ihm allerdings nicht bekannt. Pferdehalter sind dennoch besorgt. Auch Schmid will seinen Stall besser vor Einbrechern schützen. Zumal bei ihm auch noch durchaus wertvolle Sporttiere untergebracht sind.

Keine psychischen Folgen

Bei der Stute handelt es sich um ein Patientpferd. „Es lahmt und wurde deshalb aus dem Reitsport genommen“, erklärt Schmid. Jedoch hätte es demnächst mit einem Hengst des Haupt- und Langgestüt Marbach, dem traditionsreichen Gestüt des Landes Baden-Württemberg, gedeckt werden sollen. Ob das jetzt noch möglich ist, sei laut Schmid fraglich – obwohl das Pferd unverletzt ist. „Vom Verhalten her merke ich auch keine psychischen Veränderungen“, sagt er.

Indes reagierten Leser der „Schwäbischen Zeitung“ empört über den Fall: „Wie krank muss man sein?“, „Dem Herren gehört das Genital entfernt“ oder „Wie ekelhaft ist das denn“, schrieben sie auf Facebook. Ohne Zweifel: Der Fall entspricht keineswegs der Norm.

Doch auch wenn die Empörung in den sozialen Medien überwiegt, gibt es auch Nutzer, die den Fall mit einem Augenzwinkern. Einer der mehr als 100 Kommentare auf der Facebook-Seite von schwäbische.de lautet beispielsweise: „Der wollte bestimmt einen Zentaur erschaffen.“ Zentaur –  eine Gestalt der griechischen Mythologie mit dem Körper eines Pferdes und dem Oberkörper eines Menschen.